„Die Kunst und Ich“ oder „Aus dem Leben eines Kuenstlers“ („El arte y yo“ o „De la vida de un artista“)

By felitsche89

Zwei Wochen im Hort der Kunst – dem Casa del Artista – sind vergangen und schon hat meine kuenstlerische Karriere ihr ueberraschendes Ende gefunden.

Weder durfte ich mich, lediglich mit Weinlaub bedeckt, entbloessen – selbstverstaendlicherweise nur um der Kunst, und nur der Kunst willen – noch war es mir moeglich mein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet der Kuenste weiterzugeben, bzw. anzuwenden.

Mein Rueckzug von der kuenstlerischen Buehne besitzt vielerlei Gruende. Die naheliegenste Vermutung ist sicher diese, dass meine besonders ausgebildete kuenstlerische Ader, mein Talent fuer jegliche Form der Kuenste schlicht verkannt wurde. Auch die Absage seitens der Akt-Abteilung der Schule an meine zugegeben, relativ offenherzige Offerte traf mich aeusserst hart vor den Kopf.

Hinter solch hart zu schluckenden Pillen, verschwinden schnell ein paar unscheinbare Tatsachen. Das Gesicht des kuenstlerischen Direktors am ersten Tag meines geplanten Kuenstlerlebens sprach umfangreiche Baende. Der Beginn meiner Karriere war niemandem bekannt und keinerlei Vorbereitungen waren demnach getroffen worden. Geplatzt der Traum vom Kuenstlerleben, ehe es ueberhaupt beginnen konnte?!? Ich war geschockt…

Fuer die naechsten zwei Wochen sollte mein Kontakt mit den Kuensten in der hauseigenen Bibliothek stattfinden. Und da das Sortieren von Kunstmagazinen meinen unbaendigen Durst nach el mundo del arte nicht loeschen vermochte, nahm ich schliesslich meinen Hut…

Ausgezogen um die Kunstwelt zu erobern, zurueckgekehrt um mit 7-Jaehrigen „papa caliente“ (nicht = heisser vater!!) zu spielen. Vergeht el profesor felix, que ahora esta trabajando en una escuela por los niños, die Lust am Spiel,  so findet sich endlich Gelegenheit Gelerntes zur Anwendung zu bringen. Bereits nach nur einer Woche clase con Felix laesst sich feststellen, dass die Einfuehrung der Hinz’schen Sportunterrichtskultur auf ebenso viel Gegenliebe stoesst, wie es sich in der Heimat feststellen laesst. Absolut enttaeuschend dennoch, dass meine niños nicht einmal  im Stande sind „30 Runden mit Ball am Fuss“ (O-Ton) zu absolvieren, oder bereits manch einer schon nach den ersten 50 “Aufwaerm-Liegestuetzen“ um Pause fleht…

Waere ich wirklich so beschaeftigt, so waere es sicher keine Kunst den Tag ansprechend zu gestalten, bzw. meine Drillkuenste zur Geltung zu bringen. Aber so beschaeftige ich mich - al final – doch mit der Kunst. Wenn auch mit einer ganz Anderen als zu Beginn…

 

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